Fachkräftegewinnung: Über welche Kanäle gelingt die Rekrutierung am besten?

Neue Arbeitskräfte gewinnen, das hieß früher: Anzeigen schalten und schon trudelten nach kurzer Zeit die ersten Bewerbungen ein. In einer solch komfortablen Lage sind heute die wenigsten Unternehmen. Der Fachkräftemangel führt vielmehr zu einem harten Kampf bei der Nachwuchsgewinnung. Und dabei konkurriert man auch als kleiner Betrieb mit den aufwendigen und kostspieligen Rekrutierungskampagnen größerer Firmen und Konzerne. Dennoch gibt es weiterhin viele Wege, seine Zielgruppe zu erreichen und erfolgreich neue Auszubildende und Fachkräfte für sich zu gewinnen.

Zunächst einmal ist es dafür wichtig, die Sprache seiner Zielgruppe zu kennen und zu sprechen – allerdings ohne sich künstlich anzubiedern. Im Online-Zeitalter heißt das, möglichst direkt und aufmerksamkeitsstark zu kommunizieren. Doch selbst eine noch so zielgruppenaffine Nachricht kann den Empfänger nicht erreichen, wenn es schlicht an Reichweite fehlt. Zentral für die eigene Reichweite in Zeiten des Internets ist eine moderne, aktuell gehaltene Website mit suchmaschinenoptimierten Texten.

Daneben sollte es eine übersichtliche Karriereseite auf der Unternehmenswebsite geben, die sich auch mobil, also mit dem Handy, gut darstellen lässt und eine unkomplizierte Kontaktaufnahme mit einem klar benannten Ansprechpartner erlaubt. Und nicht vergessen: Nicht nur die eigene Website ist ein Aushängeschild. Gleiches gilt für Unternehmensporträts auf allen relevanten Seiten wie Google (Business), LinkedIn, Xing und gegebenenfalls Wikipedia.

Print und Online kombinieren

Bedeutet das das Aus für die klassische Print-Anzeige? Nicht zwangsweise. Denn auch wenn man mit ihr vor allem ältere Zielgruppen wie Lehrkräfte, Eltern oder Großeltern erreicht, können diese eine wichtige Rolle im Recruiting-Prozess spielen und die Stellenanzeige an die jüngere Zielgruppe weitertragen. Weitaus größere Erfolgschancen hat man allerdings, wenn man diese Maßnahmen mit Online-Inhalten kombiniert und die Stellenanzeigen auf allen wichtigen Online-Jobbörsen und Anzeigenseiten ausspielt und auch die eigenen Social-Media-Kanäle möglichst eng einbindet.

Bei allen Online-Maßnahmen muss zudem bedacht werden, dass der Weg von der Anzeige zur eigenen Website und Bewerbung möglichst unkompliziert und schnell verlaufen sollte. Am besten gibt es dafür am Ende auch ein Online-Bewerbungsverfahren auf der Unternehmenswebsite.

Kontakt aufbauen und halten

Doch auch über die Stellenanzeige hinaus ist es zentral, auf allen möglichen Wegen den Kontakt zur jungen Zielgruppe zu suchen. Und dafür gibt es viele verschiedene Wege:

Ein Tag der offenen Tür bietet einen authentischen Einblick in den Arbeitsalltag. Die eigenen Produkte und Maschinen lassen sich hier optimal präsentieren und die potenziellen Azubis können sich im besten Fall gleich selbst ausprobieren.

Der Girls‘Day steht allen Berufen mit einem Frauenvorteil von unter 40 Prozent jährlich als Vorstellungsforum zur Verfügung.

Azubi-Botschafter*innen halten Vorträge an Schulen und erzählen authentisch von ihrem Beruf. Damit werben sie auf Augenhöhe für ihren Betrieb. Die IHK unterstützt und bietet Schulungen für potenzielle Botschafterinnen und Botschafter an.

Schulpatenschaften ermöglichen intensive Kontakte zu Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften. Wichtig ist dabei Transparenz; offizielle Anfragen müssen über die Schulbehörden und Ministerien gestellt werden.

Radio- und Kinowerbung erreichen verschiedene Zielgruppen, allerdings auch mit hohem Streufaktor. Die Professionalität der Spots ist dabei absolut zentral, sonst kann diese Maßnahme schnell nach hinten losgehen.

Ausbildungsmessen sind nach wie vor ein wichtiges Tool für die Nachwuchsgewinnung. Ein Tipp: Nehmen Sie Ihre Auszubildenden mit an Ihren Stand. Sie können am überzeugendsten erklären, warum sich eine Ausbildung in Ihrem Betrieb lohnt.

Social Media ist mittlerweile ein zentrales Element und so sollte es auch behandelt werden: Regelmäßig guten und originellen Content zu produzieren, der visuell gut aufbereitet ist, benötigt Zeit und Expertise und kann in den seltensten Fällen nebenher erledigt werden. Doch hier lohnt es sich, zu investieren. Denn für die junge Generation gilt: „Content is king“ – Das heißt, egal, ob als kleiner mittelständischer Betrieb oder als Großunternehmen, wer ansprechende Inhalte mit gewissem Unterhaltungswert bietet, erreicht die junge Zielgruppe im Handumdrehen und nachhaltig.

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