Wie werde ich zum attraktiven Arbeitgeber für junge Menschen?

Kennen Sie Tinder? Die Dating-App mit allein über 470.000 monatlichen Nutzern in Deutschland funktioniert nach einem simplen Prinzip: Man sieht Bilder des potenziellen Dating-Partners. Findet man die abgebildete Person attraktiv, schiebt (engl. „swipe“) man das Bild nach rechts, andernfalls nach links. Im besten Fall wird auch das eigene Bild vom Gegenüber nach rechts geschoben und man „matcht“.

Was hat das aber mit dem Arbeitsmarkt zu tun? Nun, in Zeiten, in denen Betriebe händeringend nach neuen Azubis und Fachkräften suchen, ist Attraktivität auch hier zu einem noch entscheidenderen Kriterium geworden als früher. Und, auch das kann man von Tinder lernen: Die Attraktivität sollte möglichst schnell und offen sichtbar sein, sonst droht der „Swipe“ nach links.

Eine neue Unternehmenskultur

Doch wie steigert man als Betrieb seine Attraktivität? Viele Unternehmen zäumen das Pferd von hinten auf und schmücken sich in Stellenanzeigen mit vermeintlich angesagten Begriffen ohne Aussagekraft. Das macht im schlimmsten Fall Bewerberinnen und Bewerber nur misstrauisch. Junge Menschen erwarten vielmehr einen nachvollziehbaren Wandel zu einem modernen Unternehmen. Und Ehrlichkeit, Authentizität und Transparenz gehören dabei zu den wichtigsten Werten.

Dieser Wandel aber beginnt bei der Führungskultur: In einem attraktiven Unternehmen kann die Geschäftsführung Aufgaben abgeben, gibt gezielt Feedback, verhält sich allen Mitarbeitenden gegenüber empathisch, denkt und handelt lösungsorientiert, steckt gemeinsame Ziele und sucht den Dialog zum Team. Der Wandel betrifft weiterhin das Team: Teamspirit ist jungen Menschen wichtiger denn je.

Zuletzt verbinden junge Menschen die Attraktivität eines Arbeitgebers auch eng damit, wie zukunftsgewandt dieser ist. Themen wie Nachhaltigkeit, Internationalisierung, Digitalisierung, Diversität oder Geschlechtergerechtigkeit spielen hier eine nicht zu unterschätzende Rolle. Doch auch hier gilt: Mit politischen Lippenbekenntnissen ist niemandem geholfen. Vielmehr gilt es, als Betrieb seine eigene Sicht auf diese Themen zu entwickeln und diese authentisch und überzeugend nach außen zu vertreten. Nur so können im Idealfall nach der erfolgreichen Bewerbung beide Seiten stolz verkünden: „It’s a match!“

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